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   Freitag, der 18. April 2014 | 4:59 Uhr 




"TuS Germany" bei Arsenal: Hillegosser D-Jugend tritt bei internationalem Turnier in London an
Klick für GroßansichtHillegossen (he). In ihrer Liga sind sie eine Klasse für sich. Die D-Junioren des TuS „Einigkeit" Hillegossen sicherten sich in der vergangenen Saison ungeschlagen und mit nur einem einzigen Gegentor die Meisterschaft in der B-Liga. Jetzt mussten die Nachwuchskicker bei einem Turnier innerhalb weniger Tage gleich mehrere Niederlagen einstecken. Und trotzdem wird der Wettbewerb den Osning-Fohlen in bester Erinnerung bleiben.
Als erstes und einziges deutsches U13-Team trat die Mannschaft der Trainer Dirk Schulz, Uwe Winkler und Thomas Dingerdissen beim renommieren "17. Arsenal International Soccer Festival" in London gegen insgesamt Mannschaften aus elf Nationen an. "Das war praktisch Hillegossen gegen den Rest der Welt", sagt Winkler – allerdings mit einem Augenzwinkern. Denn von "gegen" konnte keine Rede sein, die Atmosphäre in dem als Austragungsort dienenden Colleges nahe Surrey wurde trotz des babylonischen Sprachgewirrs dem Namen "Festival" durchaus gerecht. Und die Deutschen, die aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft von Anfang an ein Sympathiebonus hatten, drehten das WM-Motto „Zu Gast bei Freunden" kurzerhand in "Freunde zu Gast" um. „Wir haben uns sehr gut verkauft", sagt Winkler.

Beim Singen während der Flaggenparade zu Beginn des Turniers waren die Hillegosser mit Abstand die lautesten, zu anderen Teams wie dem aus Südafrika entstand umgehend ein guter Draht. Der Chairman des Turniers, Paul Shipwright, lobte die Bielefelder als die "besten Botschafter, die sich Deutschland hätte wünschen können". Vom sportlichen her blieb es indes beim Lorbeer jenseits des Platzes. Aufgrund der anders gestaffelten Altersstruktur im britischen Juniorenfußball waren die Gegner des TuS beinahe durchgehend ein Jahr älter und entsprechend größer. Darüber hinaus trainierten die anderen Teams – darunter die U15-Auswahl aus Malaysia, die allein mit vier Trainern angereist war – unter professionellen Maßstäben. "Da waren Spieler drunter, die meine Statur hatten", sagt Winkler: "Da wird es für einen 1,50 Meter großen Junior schon dunkel, wenn so einer vor ihm auftaucht." So war es dann auch nicht verblüffend, dass die TuS-Kicker, die darüber hinaus mit der auf der Insel üblichen sportlichen Härte so ihre Schwierigkeiten hatten, als einziger "Dorfverein" keine Chance hatten.

Da half auch ein psychologischer Vorteil nicht: Die Briten hatten mit dem Namen des deutschen Teams so ihre Schwierigkeiten, weshalb auf den Spielplänen statt des TuS "Einigkeit" der "TUS Einigkeity" auftauchte. Und weil "Hillegossen" erst recht kaum jemand unfallfrei über die Lippen bekam, wurde die Mannschaft kurzerhand als "Team Germany" angekündigt. Als dann die Hillegosser beim ersten Spiel des Turniers noch mit ihren schwarz-weißen Trikots aufliefen, erstarrten die Gegner förmlich vor Respekt. "Die dachten: Oh, die Deutschen kommen!", sagt Winkler grinsend. Der TuS lag sogar eine Viertelstunde mit 1:0 in Führung. „Dann hatten die aber den Bogen raus, wie sie uns zu packen hatten." Es folgten weitere, deutliche Niederlagen. "Das 0:7 im Halbfinale gegen die Amerikaner war aber nicht nötig", moniert Dingerdissen die letzte Packung: "Aber vielleicht waren wir zum Schluss auch platt."
Davon ist sicher auszugehen, denn allein das touristische Rahmenprogramm hätte gereicht, um im Anschluss an die Reise gleich noch eine Woche Urlaub zu machen. Auf der Agenda der Hillegosser stand neben Sightseeing-Touren durch London und Windsor auch eine Besichtigung des neuen Emirates-Stadion von Arsenal London sowie eine Betriebsbesichtigung beim britischen TuS-Sponsor „John Guest". Die gesammelten Eindrücke werden die Jugendlichen übrigens in absehbarer Zeit bei einer langen Filmnacht noch einmal Revue passieren lassen können: Der mitgereiste Günther Preußer wandelte auf den Spuren Sönke Wortmanns und hielt alle Bewegungen des rund 30 köpfigen TuS-Trosses mit seiner Kamera fest. „Ein Sommermärchen war es aufgrund der vielen Niederlagen vielleicht nicht ganz", sagt Dingerdissen: „Aber es war sicher ein unvergessliches Erlebnis."
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