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Endstand der
Partie - Statement des Spielleiters - EOG-Statements |
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Endsituation Herbst 1912
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Zwölf Jahre tobte ein unerbittlicher Krieg um Europa. Sieben Großmächte griffen nach der absoluten Hegemonie. Zwei blieben auf der Strecke, weitere zwei versanken in der Bedeutungslosigkeit und wiederum weitere zwei scheiterten schließlich an der Macht, die jetzt unangefochten über den Kontinent herrscht, schaltet und waltet. Das Osmanische Reich mit Sultan Heinz Achmed setzte sich nach drei Monaten Echtzeit durch und beendete das Spiel mit einem Solo-Sieg - ein Ergebnis, das es noch nie bei einer Hillegossen-ONLINE.de Partie gegeben hat.
Dies lässt seitens des Spielleiters zwei Schlüsse zu: 1.) Die Spieler waren allesamt mit dem gebührenden Ernst bei der Sache, gaben vergleichsweise zuverlässig ihre Züge ab und blieben auch bis zum bitteren oder freudigen Ende treu. 2.) Es gab - obwohl die meisten Spieler sich persönlich kannten - keine Off-Board-Schlägereien. Das Klima blieb trotz des für das Spiel erforderlichen Lug und Trug resp. Mord und Totschlag friedlich. Dies ist besonders deshalb erfreulich, weil die ersten Partien unter eben solchen Querelen fern der Diplomatie arg gelitten hatten.
Mit anderen Worten hat sich die Truppe wacker geschlagen und für eine weitere Partie qualifiziert. Diese wird bei Zeiten angerollt, wenn dieser Krieg gesackt und unter dem Mäntelchen der Geschichte verschwunden ist. Das hat auch durchaus eigensinnige Gründe. Denn wenn man bedenkt, dass man für eine Auswertung mindestens eine halbe Stunde, schlimmstenfalls sogar anderthalb braucht, ist eine Diplomacy-Partie für einen Spielleiter (der gleichzeitig mangels Masse auch noch Spieler ist) eine nicht zu unterschätzende zeitliche Belastung.
Daher: Danke für das Vierteljahr voll des Ränkeschmiedens - bis zur nächsten Partie Diplomacy!
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Mein
erster Gedanke war den „Turkish Hedgehog“ zu spielen. Leider verliefen die
Verhandlungen mit Österreich-Ungarn mehr als schleppend. Da die Kooperation mit
Österreich aber für diese Taktik zwingend notwendig ist, habe ich mich für
die traditionelle Eröffnung entschieden. Die Besetzung des Schwarzen Meers im
Herbst 1901 war für meine Eroberungspläne enorm wichtig.
Österreich benötigte nach dem Blitzangriff des Italieners dringend einen
freien Rücken für die Gegenoffensive. Wir vereinbarten einen Nichtangriffspakt
und die gerechte Aufteilung des Balkans. So konnte ich mit aller Macht gegen
Russland ziehen. Durch Verhandlungen mit Deutschland und England
konnte ich dafür sorgen, dass der Zar nach den ersten beiden Runden
keinen Aufbau bekam.
Das
Jahr 1902 sollte eine gelungene Fortsetzung des Vorjahres werden. Doch Österreich
verhinderte meinen Einmarsch in Sevastopol. Ein völlig irrsinniger
Seitenwechsel, denn Russland kämpfte im Norden und Süden um sein Überleben
und war damit kein brauchbarer Verbündeter. Italien war immer noch eine
Bedrohung. Durch den Bruch des Nichtangriffspakts drohte der K&K Monarchie
nun einen Zweifrontenkrieg, wofür sie zu diesem Zeitpunkt nicht gerüstet war.
Meiner Meinung nach wurde Javier-Maria hierzu von einer der westlichen Mächte
(Frankreich?) überredet, die ein starkes Osmanisches Reich verhindern wollten.
1903
war das Jahr der Diplomatie. Frankreich hatte ich für mein Scheitern in
Sevastopol verantwortlich gemacht. Im Westen stürmte eine französisch-englische
Allianz gegen ein isoliertes Deutschland an. Ich beschloss, dass der
aufstrebende Franzose gestoppt werden müsse. Durch Verhandlungen konnte ich
England, Deutschland und Italien zu einem Bündnis gegen Frankreich bewegen. Österreich
täuschte ich vor weiterhin ein treuer Waffenbruder zu sein um dann ungehindert
mit voller Starke auf dem Balkan vor zu rücken. Der Krieg zwischen Frankreich
und Deutschland ging über das Spiel hinaus. Die Kaiserin kämpfte gegen den
Empereur ohne Rücksicht auf Verluste. Dies führte dazu, dass Österreich - im
Sinne Berlins - mit seiner Flott den Franzosen in Tunesien blockte, dabei aber
Griechenland an mich verlor. Der zweite folgenschwere Fehler aus Wien, denn
damit war das Todesurteil für Österreich unterschrieben.
Italien
verpasste im Jahre 1904 wiederholt den Sprung zur Großmacht. Frankreich wurde
von England und Deutschland in die Defensive gedrängt. Meine Offensiven gegen
Russland und Österreich verliefen planmäßig. Der über die Partie
hinausgehende Konflikt zwischen Frankreich und Deutschland trieb mir den
Franzosen in die Arme. Die Allianz aus England und Deutschland war damit der
finale Gegner des Osmanischen Reichs. England und Deutschland waren 1905 nicht
in der Lage den Franzosen das Genick zu brechen. Dies band Truppen der Allianz
und verhinderte damit ein Vorrücken in Richtung Osten. Nach
Friedensverhandlungen mit Russland nutze ich die Armee des Zaren um zu
verhindern, dass Warschau in deutsche Hände fällt. In Zusammenarbeit mit
Italien konnte ich weiter gegen Österreich vorrücken.
Österreich
ereilte 1906 der verdiente Tod. Die Allianz schaffte es endlich Paris zu
erobern. Dabei ging wertvolle Zeit verloren, denn ich versetze den völlig überraschten
Italiener mit meiner Offensive einen Schlag von dem er sich nicht erholen würde.
Die Allianz war nicht in der Lage meinem Vormarsch irgend etwas entgegen zu
setzen. Erst im Jahr 1907 stoßen englische Verbände ins Mittelmeer vor. Meine
Flotte konnte dies nicht unterbinden, da sie mit der endgültigen Eroberung
Italiens beschäftigt war. Um ein weiteres Eindringen der englischen Flotte zu
verhindern nutze ich die französische Flotte als Barriere. Dafür bekam der
Empereur Tunesien als Exil angeboten.
Nach
dem Ableben des Italieners im Jahre 1908 sah alles nach einer Pattsituation
zwischen der Allianz und dem Osmanischen Reich aus. Frankreich und Russland
spielten als osmanische Satellitenstaaten keine Rolle mehr. Im Mittelmeer benötigte
meine Flotte Verstärkung, deren Eintreffen mehrere Runden dauern würde. Der
Frontverlauf zwischen dem Deutschen Reich und dem osmanischen Gebiet konnte
durch geschicktes Verteidigen der Allianz auf Dauer gehalten werden.
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...gebe ich mal beizeiten mündlich ab. (Obwohl EOG so nach JL/ÜL und Sportjugendkacke klingt...) Jedenfalls war das alles Kacke wegen meines nicht immer funktionierenden
Rechners... bzw. des Rechners meines Vaters... Aber letztendlich lag es nicht daran, wie das Spiel ausging. Ganz im Gegenteil - die Gründe dafür sind verschiedener Natur! Den Schuh der "verursachten" Niederlage (nicht den, des Manitu) muss aber auch ich mir anziehen, vielleicht nur in Größe 39, aber auch ich bin verschiedenen Fehleinschätzungen erliegen gewesen. Leider! Zudem haben diverse Mitspieler auch Fehler gemacht und so weiter und so fort. Deren mangelnder Enthusiasmus und Genauigkeit (ich denke da an den schlechtesten Italiener seit dem zweiten Weltkrieg: Andrea) führte dann zu Kettenreaktionen. Und nicht nur der Italiener...Ich gratuliere aber auf jedem Fall dem ehrwürdigen Sultan Heinz Achmed und hoffe auf seine Gnade!
Und es hat ja auch sehr viel Spaß gemacht! Zumindest am Anfang!
MfG
Ethelwulf sagt: bis zum nächsten Mal alias Conny Dachs
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Werter Spielleiter, liebe Mitspieler,
wir wurden hier alle um einen mehr oder minder längeren Kommentar gebeten und um den möchte ich mich nicht drücken.
Ich spiele erst das zweite Mal ein Online-Partie, die erste gestalte ich bis zum Ende des Spiels mit ;-)!
Wie allseits bekannt, haben GB und das Deutsch Reich sehr früh einen Stahlpakt abgeschlossen, da sich unsere Mitspieler nicht alle als kluge Strategen erwiesen. Zunächst sollte das befristet laufen, entwickelte sich dann aber zu einer notwendigen Einrichtung, um gegen den Osmanen (der faktisch keine Gegner,
außer uns, hatte - diesen Satz bitte streichen!) bestehen zu können. Gerade weil man hier unerfahrene und erfahrene Spieler gemischt hat, sollte man vielleicht wenigstens eine kurze Einführung ins Regelwerk geben. Das auf der Homepage ist nicht ausführlich genug. Ich persönlich war mir nie 100%ig sicher, nach welchen Regeln wir spielen und ob die, die ich bei lepanto.de z.B. finde, auch gelten?! Und bei einigen Mitspielern hatte ich den Eindruck bis zuletzt, dass sie die Regeln entweder nicht kannten, oder ignorieren wollten.
Leider findet sich nicht die Masse an Spielern, um sie nach erfahren/unerfahren zu sortieren, aber vielleicht macht auch diese Mischung gerade den Reiz aus. Ein Neuling spielt selten nach Konvention, als das vielleicht ein erfahrener Hase täte. Es kann aber auch in die Hose gehen, in diesem Fall ist der Neuling hoffnungslos überfordert. Ich denke, gute und kommunikative Spieler machen eine gute Partie aus - dass sind
nun mal oft unberechenbare Faktoren. Mit meinem Spielleiter war ich zufrieden und habe nicht an seiner Loyalität gezweifelt :-)! Ich kenne das Statement des Osmanen nicht. Vermutlich ist es länger. Nicht zwingend hilfreicher. Ich möchte schließen und freue mich auf die nächste Partie!
Busserl aus Berlin,
Kaiserin Feodora
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Mon Dieu, was habe ich für einen Start hingelegt! Und meine Fresse, was
wurde ich gleich darauf vermöbelt! Noch im Frühjahr 1903 stand Paris da wie eine Eins, dann aber hatte irgendjemand in einer Nacht- und Nebelaktion
Beklopptenpulver über London verstreut. Zugegeben: Der Stab nach Brest war brillant. Ich war faktisch geliefert und bot dem King an, mit mir als
Juniorpartner den Sieg nach Hause zu fahren. Eine todsichere Sache, niemand hätte sich zu diesem Zeitpunkt unseren zehn Einheiten in ihrer gebündelten
Angriffsposition entgegenstellen können. Doch irgendwas muss den Kameraden dazu gebracht haben, bar jedes taktischen Verständnisses lieber seine
Truppen hoffnungslos aufzuspalten, die französischen Filetstücke Deutschland zu überlassen und letztendlich vom Türken die Fresse voll zu kriegen. In die
"Machen-wir's-dem-Juffen-leicht"-Bresche schlug im gleichen Moment auch die
Deutsche hinein, indem sie die Nibelungentreue des Österreichers ausnutzte. Mit dem Block vor Tunis schwächte sie zwar meine Position, legte damit aber
den Kopf ihres treuen Verbündeten faktisch unter den Krummsäbel. Denn so brach die Verteidigung in Budapest zusammen und Italien erfuhr eine
unerwartete, wenngleich nur kurzfristige Stärkung. Zu unserem Freund von den Abruzzen
muss ich glaube ich nicht viel sagen. So ein wirres Durcheinander habe ich bei noch keinem Spieler erlebt. Einmal hin, einmal her, dann mal
gar nicht und so weiter. Oftmals vernahm ich nach der Auswertung ein brummendes Geräusch: Es war Macchiavelli, der im Grab rotierte.
Doch trotz meiner Niederlagen auf heimischem Boden kann ich mich letztendlich - wenn auch als Vasall des Sultans - zu den
Gewinnern des Spiels zählen und mir wohl nicht zu unrecht den Sikke-i Cedid ans Revers
heften. Denn nachdem für mich die Messe gesungen war, konnte ich nur noch als Handlanger und Wegbereiter funktionieren - was ich sicherlich nicht
schlecht gemacht habe. Es war streckenweise befremdlich, wie die eiserne Allianz zwischen England und Deutschland versagte, mich aus Frankreich zu
verjagen. Mit ein wenig mehr Konzentration oder etwas weniger Überheblichkeit wäre meine verzweifelte Abwehrschlacht schon deutlich früher
als im Herbst 1907 beendet gewesen. So aber hielt ich die beiden irrsinnig lange auf, was der Sultan clever nutzte. Der Versuch von Ethelwulf, die
Partie als Patt zu beenden, war daher eher lächerlich: Mit dem endgültigen Fall Italiens war der Kampf um die kontinentale Hegemonie gelaufen, einzig
konzentrierte Angriffe der Allianz hätten noch was ausrichten können. Doch die versteifte sich auf Klein-Klein und richtete sich auf die Verteidigung
Deutschlands ein - obwohl die Türken die Grenzen noch gar nicht erreicht hatten.
Sei es drum. Ich denke, dass Heinz-Achmed sicherlich von den vielen Newbies vor seiner Nase profitierte. Allein der Verlust des Schwarzen Meeres im
ersten Jahr ist ein unglaublicher Fehler des Zaren gewesen, der einem "Alten Hasen" niemals unterlaufen wäre. Trotzdem hat der Sultan es geschafft, die
zeitweilige Überlegenheit seiner Gegner durch miese Intrigen und fadenscheinigen Angeboten immer wieder zu spalten, so dass er nie eine
geschlossene Front gegen sich hatte. Und das, liebe Unterlegenen, hättet ihr ihm nachmachen müssen! Man stelle sich mal vor, dass die eine russische
Armee und die letzte französische Flotte keine erbitterten Gegner, sondern Kämpfer für die Entente Cordiale
gewesen wären. Der Sultan hätte furchtbare Probleme bekommen, Italien kaum erobern können (es sei denn, dass sich der
Commandatore beim Waffenputzen versehentlich selbst erschossen hätte) und wäre heute vom Endsieg so weit entfernt, wie die Türkei von einer
EU-Vollmitgliedschaft.
Was lernen wir daraus? Armeen, Flotten und Gegner durch die Gegend schubsen ist nur ein kleiner Teil des Spiels, das nicht umsonst "Diplomacy" heißt...
Auf bald,
Napoleon IV.
(c) 2004 Hillegossen-ONLINE.de